Deutsche Damen noch nicht auf Kurs

Nach der erwarteten Niederlage im Auftaktspiel gegen die Schweiz scheitern die deutschen Damen im Schlüsselspiel ihrer WM-Gruppe auch an Polen – leider völlig verdient. Das Losglück könnte der Auswahl von Bundestrainer Brechbühler aber dennoch einen spielbaren Achtelfinalgegner zusprechen.

Dass gegen die Heimmannschaft wenig zu holen sein würde, war absehbar gewesen. Insbesondere das erste Drittel fiel aber bitterer aus als erhofft. Alleine von der 13. bis 15. Spielminute netzten die Schweizerinnen satte sechs (!) Treffer ein – Drittelstand 0:9.

Die anwesenden 2.200 Zuschauer sahen erst ab dem zweiten Spielabschnitt eine etwas ausgeglichenere Partie. Laura Hönicke verkürzte, die Schweiz legte noch drei Tore zum 1:12-Endstand nach. In welch positiver Verfassung sich das Gastgeberland aber befindet, bewies auch der heutige 7:4-Sieg gegen Finnland.

Tatsächlich hatte das deutsche Team mit der Auftaktpleite gut leben können, würde doch erst die Partie gegen Polen (zuvor 3:14 gegen Finnland) Aufschluss darüber geben, wohin die Reise geht. Doch auch im vermeintlichen Duell um Platz drei in Gruppe A und somit um einen leichteren Achtelfinalgegner tat sich das deutsche Team zu schwer.

Die Polinnen agierten dynamischer und vor allem technisch sauberer. Während das deutsche Team mit regelmäßige Ballverlusten die Spielkontrolle an den Gegner abgab, erspielte sich Polen mit einfachen Pässen Chance um Chance.

Justyna Krzywak traf nach einem Konter zunächst zum 0:1, zu Beginn des zweiten Spielabschnitts dann fürs deutsche Team unglücklich abgefälscht nochmal zum 0:2. Nur Schlussfrau Nancy Gatzsch – später zur Spielerin der Partie gewählt – war es zu verdanken, dass das 0:3 erst in der 41. Spielminute per Überzahl fiel. Winona Jürgens’ Anschlusstreffer ließ kurz Hoffnung keimen, kurz vor Schluss entschied Katarzyna Rogala aber ins leere Tor zum 1:4.

Morgen trifft Deutschland auf Finnland. Gegen den haushohen Favoriten wird es darum gehen, bei Laune zu bleiben und an der Zweikampfstärke zu feilen. Nach einem freien Tag am Dienstag wird am Mittwoch das Achtelfinale anstehen. Das Losglück hat Deutschland dafür einen Gegner aus der deutlich spielbareren Gruppe D zugesprochen, höchstwahrscheinlich Singapur oder Australien. Eine zweite Chance, um unter den Top acht zu bleiben.

Fotos: Fabian Trees imagepower.ch, Claudio Schwarz, unihockey-fotos.ch