Adieu, Mätthu!

An der Floorball-WM in Prag beendete Matthias Hofbauer seine prunkvolle internationale Karriere. Alleine an seinen zehn Weltmeisterschaften sammelte er 48 Tore und 49 Vorlagen. Mehr als jeder andere.

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Es war mit Sicherheit das beste Spiel der WM, wenn nicht der WM-Geschichte. Und der 37-jährige Veteran war mittendrin. Gegen Schweden brachte die Schweiz eine absolut herausragende Leistung aufs Parkett, furchtlos, direkt. Matthias Hofbauer legte im ersten Drittel zum Ausgleich vor. 4:4 nach 60 Minuten. 10.000 Zuschauer beobachten gebannt das Penaltyschießen. Der Kapitän tritt als erster an. Langsamer Anlauf, Schritt nach rechts, Vorhand, Schritt nach links, Rückhand, Heber, Tor. Die Halle bebt.

Aber es wird nicht reichen. Hofbauers Kollegen verschießen. Schweden steht im Finale, die Schweiz darf wieder nur um Bronze spielen, das sie dann auch holt. Hofbauer alleine zum siebten Mal. Silber gab es nur bei den World Games 2017.

Hofbauer auf großer Bühne. Penalty im WM-Halbfinal gegen Schweden.

In der Schweiz ist er ein Denkmal. Als Identifikationsfigur ist Hofbauer praktisch Unihockey, Ansprechpartner für Funk und Fernsehen. Trotz seiner spärlichen Größe von 173 cm konnte sich Hofbauer als einer der ersten Nicht-Skandinavier in der stärksten Liga der Welt durchsetzen. In Schweden sammelte er von 2007 bis 2009 für Dalen 31 Tore und 27 Vorlagen in 51 Spielen, wurde dort sogar Kapitän. In der Schweiz blieb er dem SV Wiler-Ersigen treu, holte acht Meisterschaften, drei Pokale, 2005 sogar den Europapokal. In der NLA sammelte er über 1.000 Punkte.

Was Hofbauer mit Wiler-Ersigen diese Saison noch gelingt, steht offen. Im Sommer wird er wohl auch hier abdanken. In der Nationalmannschaft blieb ihm die Vollendung verwehrt. Der neuen Generation traut er aber alles zu “Die Finnen mussten lange warten. Irgendwann schlugen sie zu”, sagte Hofbauer zur Berner Zeitung. “Dieses Schweizer Team wird wachsen und ebenfalls zuschlagen.” Dann aber ohne “Mätthu”.

Eine multimediale Reise durch Hofbauers Karriere gibt es hier.

Fotos: IFF, Martin Flousek